oleksiy koval

THE BEAUTIFUL FORMULA COLLECTIVE

In DEUTSCH, ENGLISH, EVENTS | VERANSTALTUNGEN on January 30, 2012 at 11:23 pm

The Beautiful Formula Collective is an open group joined by Oleksiy Koval, Kuros Nekouian and Stefan Schessl in 2011. The idea to which the group adresses can be denoted as an attempt to cancel the hierarchic separations in the process of art. We want to find out in wich way a finalized work and its incurrence, as well as the artistic individuality as an activity are interweaved with forms of collective doing and conception. We want to face the process of painting as such und ask about the meaning of formulas and rules, wich feed it and keep it in motion. We want to make the process of art tangible and transparent as a test assembly. We want to set free the curiosity for understanding painterly test assemblies. Eventually such an understanding can only emerge, if the onlooker leaves the position as an external observer and exposes himself or herself to the participation in the process oft art itself. We imagine that the forms of expression of those processes hereby gain the open character of an enactment. The constellations deriving from such a test assembly are to be documented and fixed in the form of a compendium.

An outstanding element of the process of painting is the rhythm in which the fabrication of an art work is accomplished. Rhythmical structures generate the process of painting as a more or less determinated movement in space and time. It gives form to the application of colours on surfaces. The rules of such a shaping, its sequence and number can be set and handled as rhythmical motives like, for example, 2,3,1 or 1,1,2. Here the 1 is to be conceived as a basal unity of movement that can be freely chosen. Picture plane: To gain certainty in dealing with different tempos while applying colours, the picture plane is divided in parts through numeric impulses that we call “meter” (1/4, 1/9, 1/16…).

How can such structures and motives of the process of art be performed and presented in a live environment, in front of the audience? The works to be generated are produced in a set point in time on empty image carriers already at hand. Working on them can be executed both alone as well as in a group. Hereby different rhythmical motives, meters, colours and materials as well as the entry of the persons involved are joined, so as to generate a constant composition, however implemented in a variable way.

The Beautiful Formula Collektive ist eine offene Gruppe, zu der sich Oleksiy Koval, Kuros Nekoulian und Stefan Schessl 2011 zusammengetan haben. Die Idee, der sich die Gruppe widmen will, lässt sich als ein Versuch kennzeichnen, die hierarchischen Trennungen des Kunstprozesses aufzuheben. Wir wollen herausfinden, auf welche Weise ein abgeschlossenes Werk und der Prozess seines Entstehens, wie die künstlerische Individualität  als eine Tätigkeit mit Formen kollektiven Tuns und Auffassens verwoben ist. Wir wollen uns dem Malprozess als solchem zuwenden und nach der Bedeutung von Formeln und Regeln fragen, die ihn in Gang setzen und in Bewegung halten. Wir wollen den Kunstprozess als eine Versuchsanordnung erfahrbar und durchsichtig machen. Wir wollen die Neugierde auf das Verständnis malerischer Versuchsanordnungen freisetzen. Zuletzt kann sich ein solches Verständnis nur ergeben, sobald der Betrachter die Position des externen Beobachters verlässt und sich der Teilnahme am Prozess der Kunst selbst aussetzt. Wir stellen uns vor, dass die Ausdrucksformen dieses Prozesses auf diese Weise den offenen Charakter einer Aufführung gewinnen. Die Konstellationen, die sich aus einer solchen Versuchsanordnung ergeben, wollen wir dokumentieren und in der Form eines ‚Handbuchs’ festhalten.

Ein herausragendes Element des Malprozesses ist der Rhythmus, in dem sich die Herstellung eines Werkes vollzieht. Rhythmische Strukturen generieren den Malprozess als eine mehr oder minder geregelte Bewegung in Raum und Zeit. Er gibt dem Anbringen von Farben auf Flächen eine Form. Die Regeln derartiger Formgebung, ihre Folge und ihr Anzahl lassen sich festlegen und als rhythmische Motive wie z.B. 2,3,1 oder 1,1,2 handhaben. Hierbei hat man sich 1 als frei zu wählende basale Bewegungseinheit vorzustellen. Fläche: Um Sicherheit im Umgang mit unterschiedlichen Tempi beim Anbringen von Farben zu gewinnen, wird die Fläche durch zahlenmäßige Impulse, von uns Metrum genannt (1/4, 1/9, 1/16…), in Teile zerlegt.

Wie lassen sich derartige Strukturen und Motive des Kunstprozesses in einer Live-Situation, vor Publikum zur Darstellung und zur Aufführung bringen? Die herzustellenden Werke werden zu einer festgesetzten Zeit auf vorhandenen leeren Bildträgern verfertigt. Es werden Bildträger in unterschiedlichen Formaten verwendet. Die Arbeit an ihnen kann sowohl allein als auch in der Gruppe erfolgen. Dabei werden unterschiedliche rhythmische Motive, Metren, Farben und Materialien, sowie die Einsätze der beteiligten Personen zusammengeführt, so dass eine konstante Komposition entsteht, die aber variabel realisiert werden muss.

Oleksiy Koval, Prof. Bernhard Lypp, Kuros Nekouian, Stefan Schessl

München, den 29.1.2012

RHYTHM SECTION KIEW – MÜNCHEN

In EVENTS | VERANSTALTUNGEN on December 17, 2011 at 9:21 am

photo (c) Günther Huinink

Oleksiy Koval, "Mont Sainte-Victoire", 2011, 65 x 70 cm, adhesive foil, acrylic on PFY, photo (c) Klaus Mauz

Rhythm Section Kiew-München, LW 44, 8.11.2011, photo (c) Klaus Mauz

Rhythm Section Kiew-München, LW 44, 8.11.2011,( Stefan Schessl, Kuros Nekouian, Oleksiy Koval, Wilhelm Warning, Petros Sianos, Anatoliy Lomovkiy) photo (c) Klaus Mauz

RHYTHM SECTION KIEW – MÜNCHEN

Vitaliy Gopka
Anatoliy Lomovskiy
Galina Popinova
Ganna Rybaltchenko
Aleksey Susol
Mariia Tertychna

Gong Hong Huang
Yuliia Koval
Oleksiy Koval
Kuros Nekouian
Stefan Schessl
Petros Sianos
Simjon Spengler

gefördert durch: Kulturreferat München und LW44

8. – 11. DEZEMBER

8 DEZEMBER
19 Uhr Eröffnung
Wilhelm Warning spricht mit den Künstlern

Öffnungszeiten während der Ausstellungen
Fr – So 14-19 Uhr

LW 44
Lindwurmstr. 44
80337 München

RHYTHM SECTION SIEBEN

In EVENTS | VERANSTALTUNGEN on October 29, 2011 at 8:45 pm

 

Oleksiy Koval, "after or before", 2011, 70 x 75 cm, acrylic on FPY, photo (c) Kuros Nekouian

 

Oleksiy Koval, "Vögel auf dem Drahtseil", 2011, 70 x 60 cm, acrylic on FPY, photo (c) Kuros Nekouian

 

RHYTHM SECTION SIEBEN

11. – 25. NOVEMBER

Vernissage
11. NOVEMBER 18 Uhr

Finissage
25. NOVEMBER 18 Uhr

Öffnungszeiten während der Ausstellung
Do + Fr 15-19 Uhr
Sa 13-17 Uhr

Sofia Bempeza www.sofiabempeza.org
Elisabeth Eberle www.elisabetheberle.ch
Oleksiy Koval oleksiykoval.wordpress.com
Yuliia Koval www.yuliiakoval.de
Kuros Nekouian www.kuros.de
Stefan Schessl www.nusserbaumgart.com
Petros Sianos www.petrossianos.de

25. NOVEMBER 19 Uhr, Vortrag VORSTELLUNGSRÄUME DER KUNSTProf. Dr. Bernhard Lypp, Philosoph, München
Im Anschluss offene Gesprächsrunde mit  RHYTHM SECTION SIEBEN
Moderation: Heiko Schmid, Zürcher Hochschule der Künste

RHYTHM SECTION

Ein Projekt zum Thema “Rhythmus” in der bildenden Kunst.

Obwohl Rhythmus, spätestens seit dem Beginn der Moderne, ein zentrales Thema auch der bildenden Künste darstellt, so fehlt doch bislang ein größeres Projekt, gerade auch eines mit Künstlern der Gegenwart, das sich damit beschäftigt. Unser Projekt soll medienübergreifend sein und die unterschiedlichen Bereiche der zeitgenössischen Kunst einschließen.

Mit “Rhythm Section” möchten wir einen intensiveren Austausch von bildenden Künstlern beginnen, die sich mit dem Thema Rhythmus auseinandersetzen.

Rhythmus ist eine wesentliche, wenngleich im Zusammenhang der bildenden Kunst bislang kaum reflektierte Kategorie. Rhythmus soll weder als “bestimmter” Rhythmus noch als Form- oder Gestaltkategorie verstanden werden, sondern als quasi namenlose Grundbedingung sowohl der Rezeption als auch der Produktion von Kunst. Rhythmus ist nicht nur eine Abfolge von Zeichen oder Zeiteinheiten, sondern auch die Abfolge der Handlungen selbst, die diese erzeugt. Desweiteren ist es in der Wahrnehmung, der Rezeption der Kunst unabdingbar, Rhythmus wieder als strukturierende, im besten Falle sinnhafte Kategorie zu erkennen und somit ist die bewusste Wahrnehmung als Ganzes davon gesteuert. Wichtig, als dritter Punkt, ist dabei, dass “Rhythmus” keine abbildende oder repräsentierende Kategorie darstellt. Somit ebnet unser Forschungsgegenstand der bildenden Kunst den Weg für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Rhythmus.

Wir wollen KünstlerInnen einladen, die sich mehr oder weniger explizit und bewusst in ihrem Werk mit “Rhythmus” beschäftigen. Der Austausch und die Dynamik, die aus solcher Zusammenstellung unterschiedlicher Einsätze und Medien entsteht, soll neue Ausgangspunkte liefern; dieses Projekt hätte somit Forschung und Erkenntnis zu Thema Rhythmus als Zweck.

(Zitat www.rhythmsection.de/ueberuns.html)

VORSTELLUNGSRÄUME DER KUNST

Prof. Dr. Bernhard Lypp 

Vorstellungsräume der Kunst entstehen, wenn die alltägliche Welt und der gesunde Menschenverstand eingeklammert und auf eine artifizielle Bühne katapultiert werden.

Sie entstehen zugleich mit einem Riss in der alltäglichen Welt, der diese in Sein und Schein spaltet. Die Vorstellungsräume der Kunst realisieren sich auf einer Bühne des Scheins.

Auf dieser Bühne des Scheins konstruiert die Kunst den Sinn ihrer Inhalte -  im Austausch und in der Wechselwirtschaft verschiedener Sinndimensionen. Im Wechsel und im Austausch dieser Dimensionen erzeugt sie Welten in der Welt, die von der Erschütterung bis zur Verklärung des Alltäglichen reichen.

Um die Bühne des Scheins und die auf ihr präsentierten Inhalte in Bewegung zu bringen, bedarf es des Einsatzes schematischer Mittel, die als Formen der Kunst ihr Leben gewinnen und  eine ihnen eigene Ausdrucksmacht entfalten. Es bedarf rhetorischer Übertreibungen und rhythmischer Akzentsetzungen, es bedarf der Pausen im diskursiven Forschreiten und gegenrhythmischer Unterbrechungen. In der Arbeit mit derartigen Größen verdichten sich die Inhalte, die auf der Bühne des Scheins verhandelt werden, zu Metaphern von uns selbst und der Welt.

Wir freuen uns auf viel Besuch!

Euer sihlquai55 -Team

Sihlquai 55, 8005 Zürich

Zugang auch von der Ausstellungsstrasse 16

sihlquai55@visarte-zuerich.ch

www.sihlquai55.ch

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